Braucht das Kind eine Sonnenbrille?

Puppe: Haba mit einer nicht empfohlenen Drogeriesonnenbrille
Puppe: Haba mit einer nicht empfohlenen Drogeriesonnenbrille

Dr. med. Dirk Pohlmann ist praktizierender (und operierender) Augenarzt und rät:


In der Regel brauchen Kinder – wie Erwachsene - nur dann eine Sonnenbrille, wenn sie sich in Gebieten mit hoher UV-Belastung aufhalten: beispielweise am Meer oder im Hochgebirge, eben da, wo die Strahlung durch Wasser oder Schnee reflektiert werden. 

Kinder sind nicht licht- oder UV-empfindlicher als Erwachsene. Ihr Reflex auf Licht, die Verkleinerung der Pupillen, funktioniert schon bei Frühgeborenen und unterscheidet sich nicht von dem Erwachsener. Fällt zu viel Licht ins Auge, kneifen Babies und Kinder genauso ihre Augen zu wie ihre Eltern.

Beim Kauf einer Sonnenbrille sollte dringend darauf geachtet werden, dass diese mit einem UV-absorbierenden Filter ausgestattet ist! Diese Brillen sind zwar teurer, erfüllen aber ihren Zweck: den Schutz der Augen vor hoher Strahlenbelastung.

Brillen, die man in Drogerien und Supermärkten für wenige Euro erstehen kann, sind nur getönt und schaden sogar unter Umständen den Augen. Denn durch die dunkle Brille erweitern sich die Pupillen und mehr ungefilterte UV-Strahlung dringt ins Auge, wo sie Zellen schädigen kann. 


Also: Sonnenbrillen sind kein Muss im (städtischen) Sommer. Und wenn man eine kauft: bitte nur mit UV-Absorber!



Zahnfrieden

jala/photocase.de
jala/photocase.de

Es gibt Momente, in denen man sich als Eltern gnadenlos öffentlich zum Obst macht. Nicht nur, wenn man morgens vor der Kitafensterscheibe klebt, alberne Grimassen schneidet, Kusshändchen schmeißt und dabei rückwärts laufend mit dem Radfahrer kollidiert. Sondern auch, wenn man beim Drogeriemarkt des Vertrauens ohne Kassenzettel eine gelbe kleine Zahnbürste wortreich  umzutauschen versucht, weil JEMAND nur und ausschließlich mit orronnngsch putzen kann. Wenn denn dem Zahnfrieden dient...

 

Zahnfrieden scheint ein großes Thema am Familienabend zu sein, googlet man mal "Zähneputzen Kinder Tricks". Von schnöden Drohungen mit ausgefallenen Stinkzähnen bis zu psychologisch ausgefeilten Finten ist alles dabei. Ein Papa machte mit dem jungen Mann den Deal, dass wenn der nicht Zähne putzt, er nur noch gesunden Sachen wie Salat und Gurke essen dürfe. Nach drei Tagen Salat griff der Jüngling ehrgeizig zur Bürste, schon allein wegen der Aussicht aufs Honigbrot. 


Man könnte dabei tanzen (aufs Hemd sabber). Auch mal am Strand oder im Auto putzen, damit es völlig normal aussieht (ääh, nee, tut es nicht). Shaun das Schaf auf dem iPhone, um die mediale Hypnose auszunutzen (hm. Nenedent auf/im Telefon.) Singen (das möchte aus Gründen mein Mann nicht). 


Ich hab dann einfach sabbernde Affen und krümelnde Löwen erfunden, deren Schlunz wir schnell wegbürsten müssen. Rübchen fand das einigermaßen lustig und die funky Elektrozahnbürste tat ihr übriges. 


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 Schnuller,

Zahnbürste,

Süßkram...

Fragen an die Kinderzahnärztin

Wiebke Lange

Die Schnullerfrage – sind Schnuller per se schlecht? Gibt es gute und schlechte?

Für den Säugling spielt der Mund eine zentrale Rolle in seinem Leben. Daher ist ein kiefergerechter Schnuller nicht abzulehnen. Eine Entwöhnung sollte allerdings bis zum 3. Lebensjahr erfolgen.


Die Wahl der Zahnbürste – elektrisch oder „analog“?

Eltern sollten ihren Kindern möglichst bis zum Ende der Grundschulzeit die Zähne nachputzen, da die Feinmotorik bei den Kindern erst dann ausreichend entwickelt ist. Um die Feinmotorik auch regelmäßig zu üben, ist es sinnvoll, Kinder auch mit der Zahnbürste putzen zu lassen. Für Eltern zum Nachputzen ist eine gute elektrische Zahnbürste wesentlich effektiver.

 

Macht Prophylaxe schon im Kindesalter Sinn?

Ja, auf jeden Fall! 

Leider wird die professionelle Zahnreinigung bei Kindern häufig unterschätzt oder aus Kostengründen sogar abgelehnt. Kinder werden spielerisch zu einer guten Mundhygiene motiviert, die Zähne werden auch an schwer erreichbaren Stellen von Belägen und rauhen Stellen befreit- ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Kariesfreiheit!

 

Was sind Ihre Ernährungstipps für Babies, Kleinkinder und Kinder und wie kann man „zahngesund“ naschen?

 Es ist keine Zauberei, Kinder kariesfrei zu halten! Neben einer guten Mundhygiene gilt, daß man keine süßen Getränke oder klebrigen Süßigkeiten zum Dauernuckeln oder Dauerlutschen geben sollte. Ein erster Schritt ist schon, wenn man den Vormittag zuckerfrei gestaltet. Der Durstlöscher Nr. 1 sollte Wasser sein! Babys und Kleinkinder nicht mit einer Milchflasche einschlafen lassen. Seltener Naschen ist zahngesundes Naschen! Es gibt aber auch schon leckere zahnfreundliche Süßigkeiten, die Zuckeraustauschstoffe enthalten, die von den Kariesbakterien nicht verarbeitet werden können.

 

Wie bereitet man sein Kind auf den Zahnarztbesuch vor?

Es gibt viele gute Kinderbücher, die sehr schön auf den ersten Zahnarztbesuch vorbereiten. Viel mehr sollte man gar nicht tun, denn die Kinder kommen eigentlich unbeschwert und mit einer natürlichen Neugierde auch zum Zahnarzt! Vermeiden Sie bitte vor dem ersten Zahnarztbesuch Sätze wie "Du brauchst keine Angst zu haben" oder ähnliche Aussagen. Damit ersparen Sie sich und Ihren Kindern viel unnötigen Stress.

 

Wenn ich zweimal täglich das Kindergebiss beim Putzen ansehe – gibt es Anzeichen von Karies, die ich als Laie erkennen kann?

Wenn man beim Putzen der Kinderzähne dunkle Stellen entdeckt, sollte man natürlich sofort einen Kinderzahnarzt aufsuchen. Dann kann die Zerstörung des Zahnes unter Umständen schon sehr weit fortgeschritten sein, deshalb empfehle ich auch regelmäßige Zahnarztbesuche, wenn man bei der häuslichen Pflege nichts besonderes entdeckt !

 

Gibt es etwas, das Sie allen Eltern noch mitgeben möchten?

Gehen Sie mit Konsequenz und Gelassenheit an das Thema heran, ritualisieren Sie die Zahnpflege, damit leisten Sie den besten Beitrag um ihre Kinder problemlos und ohne Entbehrungen karies- und füllungsfrei aufwachsen zu lassen !

KU64
KU64


Kinderzahnärztin Wiebke Lange mit ihrer Assistentin Ute Lange aus der Berliner Kinderzahnarztpraxis KU64.




Ausserdem:

 

Hausmittel und Massagen beim kranken Kind

 

 

Tamara Kibys ist Heilpraktikerin, GfG-Doula, GfG-Mütterpflegerin und Kursleiterin für Babymassage und Baby-Eltern-Kurse nach dem  FABEL-Konzept. Abgesehen davon hat sie umfangreiche Erfahrungen als Mutter von 2 Kindern gesammelt.