Laut sein! oder: Eltern sind doch bessere Menschen*

Lautsprecher
Foto: jala/photocase.de

*(zwinkerzwinker, augenkneifsmiley)

 

Sie war schon in aller Blogger Munde und ihr habt sicher auch schon vieles gelesen über die wunderbare blogfamilia, die letzten Donnerstag stattfand. Lauter Elternblogger, die sich mal im richtigen Leben um den Hals gefallen, sich ausgetauscht, Kuchen gefuttert und auch was dazugelernt haben, über SEO, Telemediengesetz und wie man mit blöden Menschen im Netz umgeht.

 

Nieselpriem hat schon eine rührende Trilogie geschrieben, wie es sich so angefühlt hat, und ich stimme vollherzlich zu. Ich hatte wirklich das Gefühl, wir stehen zusammen. Kein Gezicke, kein Konkurrenzgehabe. Ich glaube, das haben wir vielleicht anderen Bloggerbereichen voraus: Wir haben es null nötig, uns gegenseitig die Butter vom Brot zu nehmen. Wir haben alle etwas gemeinsam, das uns Tag (und Nächte) beschäftigt, das für sich genommen immer wieder zwischen Wahnsinn und Wunder mäandert, das uns verändert und zu reflektierteren Menschen gemacht hat. Wir haben alle an einem Punkt gemerkt, dass die schlechteste Position, die man als Elter(n) haben kann, das Alleingelassenwerden ist. Wer allein und auf sich gestellt Kinder großziehen muss, geht in der Regel über seine menschlichen Grenzen hinaus. Wer in einer Gesellschaft lebt, die Kinder als quasi luxuriöse Befriedigung persönlicher Vorlieben ansieht und die sich nicht mitverantwortlich fühlt, ist ziemlich verloren.

 

Die unsägliche Steuerpolitik, die Alleinerziehende schlechter stellt als ein alleinstehendes Ehepaar oder das marode Bildungssystem meiner Stadt mitsamt baufälliger Schulen sind nur zwei Beispiele dafür, dass man zusammen laut werden muss. Wir alle zusammen. Wir Elternblogger - aber auch vielmehr ihr da draußen an den Tablets, PCs und Mobiles. Nutzt uns als Megafon! Wir können wie uns der Schnabel und die Tastatur gewachsen ist, in die Welt rauströten, was nicht funktioniert. Wir können öffentlich machen, Einblick in das Leben und Alltag anderer und andersartiger Familien geben, zusammenbringen und manchmal vielleicht auch Ratgeber sein. Wir sind vielfältig und haben trotzdem gemeinsam, dass wir Verantwortung tragen, wir Eltern. Nicht nur für das Leben unserer Kinder jetzt, nicht nur dafür, dass sie zu essen haben und liebgehabt werden. Sondern insbesondere dafür, dass unsere Kinder gute Menschen werden. Und folglich tragen wir auch ein bisschen die Verantwortung dafür, wie die Welt, unser Land, unsere Stadt morgen aussieht. Wie alle miteinander umgehen und welche Werte sie wichtig finden werden.

 

Meine liebe blogfamilia und ihr, liebe Leser: zusammen sind wir stark. Völlig egal, wer stillt, wer Vollzeit arbeiten geht, wer vegan ist, wer alle Impfungen hat, stoffwickelt oder patchworkt: wenn wir zusammen was wollen, wackelt die Republik (also, vielleicht ein bißchen ;-)) Wackelt ihr mit?

PS:

Hier zwei Beispiele für wirklich augenöffnende Blogs:

 

Sarah berichtet aus ihrem Alltag als alleinerziehende Studentin: mutterseelenalleinerziehend.

 

Ju, die wheelymum,  schreibt darüber, wie sie mit Rollstuhl das Familienleben hinbekommt.

 

 

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..und die Liebster Awards gehen an.....

Nachdem ich mich ja immer noch geehrt fühle, von Florian einen Liebster bekommen zu haben, habe ich mich natürlich verschärft umgeschaut - und diese 4 für toll befunden:


1. Das kann ja heiter werden: "Life is candy and the sun is a ball of butter."

Bunt, fröhlich, House of Five, Hamburch, feine Fotos, schön Wohnen -- völlig und absolut mein Fall!!


2. Dachbuben. Einmal Solo, einmal Duo. Zwillinge und mehr

So unglaublich angenehm bodenständig, charmant - und berichtet nicht nur aus dem Blickwinkel einer liebevollen Mama, sondern auch aus dem einer engagierten Grundschullehrerin und Schulleiterin.


3. Kroatien mit Kindern. Wer auch nur ansatzweise daran denkt, nach Kroatien zu verreisen, kommt an diesem Blog nicht vorbei. Detailgenau werden schöne Orte beschrieben und ich habe mich sofort an die Urlaube meiner Kindheit erinnert - und Lust auf neue kroatische Abenteuer bekommen


4. Karminrot. Dieser Blog hat schon allein deshalb mein Herz gewonnen, weil die Autorin Berlin und Brandenburg genauso liebt wie ich und diese Liebe auch in wunderbaren Fotos festhält. Und sie strickt!! Und fotografiert fabulös :-)



Liebe Steffi, liebe Karolin, liebe Gordana und liebe Andrea,


danke für eure Blogs. Ich bin gespannt, wen ihr mir und uns vorstellt! Hier meine Fragen an euch:


1. Wie sah Dein Kinderzimmer aus? Gab es eine Lieblingsecke oder ein Lieblingsstück?

2. Wo verläuft für Dich die Grenze zwischen Blog und Privatleben?

3. Was magst du an anderen Blogs und was nicht?

4. Wo siehst Du uns Blogger in zehn Jahren?

5. Wo hat das Bloggen in Deinem Alltag Platz – abends am Esstisch oder morgens im          Office oder wann anders woanders?

6. Überlegst du dir, ob dein(e) Kind(er) deinen Blog später mal lesen werden und in wie weit   beeinflusst dich das beim Schreiben?

7. Was können wir als Blogger tun, um Interessen von Eltern besser zu vertreten    (beispielsweise wenn es um Themen wie Vereinbarkeit geht)?

8. Was sagst du Leuten, die denken, Bloggen sei ein nettes Hobby für gelangweilte    Hausfrauen?



Ich freu mich auf eure Antworten!




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Ein Liebster Award für mich und....(1/2)

Ganz charmant aus dem Süden wurde ich gefragt, ob ich den Liebster Award annehmen und weiterreichen möchte. Lieben Dank Florian von smartxdesign!! 


Der Liebster Award ist eine Art Staffelstab - man stellt elf oder fünf oder x Bloggern Fragen mit dem Zweck, deren Blogs ein wenig mehr in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Diese wiederum stellen weitere Blogs vor, usw.. Hier im NicMag ist es nochmal ganz schön erklärt.


Florian hat mir elf schöne und unterhaltsame Fragen gestellt - hier sind meine Antworten. In den nächsten Tagen zeige ich euch die Blogs, die mir gefallen und stelle meine Fragen...



1.
Wenn du dich mit einer berühmten Person unterhalten könntest die bereits verstorben ist und einer berühmten Person unterhalten könntest die noch lebt, wer wäre das und was würdest du für Fragen stellen?

 Ich würde mich einfach gern still in eine Ecke von Gertrud Steins Wohnzimmer setzen, oder an den Nebentisch von Hemingway und Fitzgerald in Paris Mitte der 1920er und zuhören...ich habe ein großes Faible für die Literatur der Moderne - das ist meinem Literaturstudium geschuldet. Und ich würde furchtbar gern mal meine Ahnen treffen, die kompletten Urgroßeltern und darüber hinaus. Wie sie gelebt haben, wie sie so waren, und von wem ich diese schiefen Zehen geerbt habe.

Lebende Personen....vielleicht per Zeitreise mein Rübchen in zwanzig, dreißig Jahren. Ich würde sie fragen, ob sie ein glücklicher Mensch geworden ist.

 

 

2.
Das beste Buch welches du je gelesen hast?

 Virginia Woolf "Mrs Dalloway". Und, ganz aktuell, Kristine Bilkau "Die Glücklichen".

 

3.
Wie lange dauert die Produktion deiner Blogartikel / Podcasts inkl. aller Recherchearbeiten, etc. und wie oft publizierst du?

 Sehr unterschiedlich. Die "reinen" Blogartikel schreibe ich aus der "Lameng", das dauert höchstens eine Stunde. Darum geht es auch immer um Themen , die mich gerade in dem Moment beschäftigen. Für Mode und Spielsachen etc. dauert es natürlich länger, schöne Sachen zu finden, die Bilder dazu zu basteln etc...

Ich versuche, etwa drei- bis viermal die Woche zu posten. Wenn der Laptop geht. Das Kind planmäßig in der Kita verweilt. Wenn mich der Haushalt nicht überrennt. Oder das Leben...

 

4.
Was waren die größten bzw. besten Erfolge die du ausschließlich mit deinem Blog erreichen konntest und was hast du daraus gelernt?

 Als ich eine vierstellige Leserzahl hatte, war ich schon sehr stolz :-) Und wenn ich tolles Feedback von verschiedensten Ecken bekomme. Als Erfolg würde ich sehen wenn wir Elternblogger uns zusammentun und wirklich eine breite Öffentlichkeit herstellen könnten für die Belange von Familien - Aufmerksamkeit generieren für eine bessere Vereinbarkeit von Job und Familie, Verständnis einwerben und Unterstützung geben. Das würde ich mir wünschen und als echten, greifbaren Erfolg werten.

 

5.
Wie aufgeschlossen wärst du gegenüber einem „Bloggertreffen"?

 Sehrsehrsehr!! Ich war ja im Mai auf der Blogfamília und das hat großen Spaß gemacht. Der Erfahrungsaustausch und das Networking ist nicht zu unterschätzen.

 

6.
Ein kleiner Trend aus dem Internet dem ich mich gerne anschließe, zeig uns doch bitte ein Foto von deinem Arbeitsplatz.

 Äääh, Moment...aufräum...drapier...nee. Lieber Morgen. Ich hab grade die Handwerker...;-)

 

 

7.
Welche Faktoren/Eigenschaften im Bezug auf die Anzahl der Wörter, dem Image-Wiedererkennungswert, etc. müssen deine Blogs haben und woher beziehst du deine Bilder/Fotos?

 Als Wiedererkennungswert ist mir wichtig, dass man MICH wiedererkennt. Ich mag Blogger, die ein bisschen "eckig" sind, eine Meinung vertreten, auch mal unbequeme Fragen stellen. Dieses komplett weichgespülte Heile-Welt-Bloggen ist nicht so meins...

Die Artikellänge ergibt sich aus dem Thema und die Optik (Farben, Schriftart) sind genug der Identität. Mein fotografisches Wissen und meine Technik sind leider noch nicht sehr ausgefeilt, daher kaufe ich oft Fotos ein, meistens bei Photocase. Die sind qualitativ besser und passen meist auch viel genauer zum Thema - sie sollen ja illustrieren.

 

8.
Wie aufgeschlossen bist du im Bezug auf Gastartikel? Hast du schon welche verfasst, wie waren deine Erfahrungswerte und wie aktiv und oft bist du für diese Win-Win Situation offen?

 Gastartikel für meinen Blog finde ich prima. Ich schreibe auch gern mal für andere, da freue ich mich über Nachfragen :-)

 

9.
Wenn du in einem Aufzug stehen würdest und du in einem Satz sagen müsstest was du arbeitest, wie würde dieser Satz lauten?

HausfrauMuttiBlogmagazinMacherin.

 

10.
Wie findest du den smartxdesign Blog bzw. was gefällt dir besonders gut und was würdest du bei künftigen Artikeln anders machen?

 Ich liebe ja "aufgeräumte", klare Webseiten ohne viel Gedöns - das habt ihr ganz toll umgesetzt. So bekommt man einen guten Eindruck von eurer Arbeit! Danke auch für den "Pantone"-Post, das Problem kenne ich nämlich auch...((ich würd euch auch so gern mal über die Schulter kucken...habt ihr auch Kaffee?)) 

 

11.
Wie sind deine Blogger Vorsätze für die nächsten Monate, Jahre und welche Ziele möchtest du erreichen?

Wie alle Blogger: stetig den Leserkreis ausbauen, gern auch über die primäre Zielgruppe der Leute mit Kindern hinaus. Die Elternbloggerwelt bereisen, Leute treffen. Gesellschaftlich was anschieben und gute Diskussionen führen. Ja,  und auch irgendwann ein bisschen Geld verdienen.

 

 

 

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Besuch bei den Nachbarn


Die Terrorpüppi hat uns auf eine Sightseeingtour durch Bloggerhausen eingeladen. Uns: das heißt, zahlreiche andere tolle Elternblogs und icke kucken uns gegenseitig an und erzählen unseren geneigten Lesern, wie es anderswo aussieht und zugeht. Fertig? Angeschnallt? Wir düsen los.


in der Wohnküche: Glucke und So

Ich komme rein und habe sofort ein wunderbares Wohnküchengefühl, der Apfel in der kleinen Patschehand, wohlige Mädchenfarben - kein Wunder, dass ich zuerst auf die Rezepte klicke und mich frage, warum so eine Fantasiequiche nicht einfach übers wlan gebeamt werden kann (jaj, aber aufn Mond fliegen, ne?). 

Dani schreibt sehr persönlich, so dass man wirklich denkt, man säße bei einem koffeinhaltigen Heißgetränk und würde vor sich hin plauschen.. Ihren Artikel zur Frage eines zweiten Kindes (und des Entgegen-Entscheidens) hatte ich auch gelesen (neben anderen) und habe mich wiedergefunden im Gedankengang. Mich beruhigt das immer: zu lesen, andren geht es ähnlich mit ihrem Leben mit allemdrumunddran.

Ich mag, dass man sie spüren kann durch das, was sie schreibt - das macht es umso kuscheliger unter Gluckes Flügeln :-)

hier gehts lang!


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Das Bloggerhausener Kinderzimmer

Ich habe in allerletzter Minute sozusagen einen Platz für die morgen erstmalig stattfindende Blogfamilia ergattern können. Ich freu mich schon wie Bolle, endlich mal die anderen ElternBlogger live und in Farbe kennenlernen zu dürfen! Es ist ja als Leser immer so ein bisschen wie Fernsehen: mittlerweile kennt man die Familie ganz gut, die großen und die kleinen Krisen im Alltag, man begleitet die Kinder lesenderweise beim Großwerden und weiß, was es Sonntags zu Mittag gab. Ganz anders ist es, wenn dann alle leibhaftig vor einem stehen :-) ...

Für mich als Blogger mit popeligen 7 Monaten Schreibhistorie ist der Austausch auch wichtig. 

Passenderweise hat sich die Terrorpüppi mit ein paar Fragen an ganz Bloggerhausen gewendet - hier meine Antworten: 

 

Beschreibe deinen Blog in drei Worten!

Meinung, andere Leute, schöne Sachen. (ja, das waren 5.)

 

Beschreibe dich als Blogger in zwei Sätzen!

Ich liebe es zu schreiben und zu gestalten - und zwar so, wie es mir gefällt. Ich freue mich immer über rege Diskussionen zu Themen wie beispielsweise Vereinbarkeit oder "regretting motherhood".

 

In welchen Situationen und welchen Menschen erzählst du außerhalb des Internets von deinem Blog?

Eigentlich ist der Blog meine Antwort auf die Frage: "Was machst du so?" Oder er ist die Einleitung für eine Frage meinerseits, wenn es um die Teilnahme an  "Berliner Kinder" oder "Kinderprofis" geht. Also, ich schreib es mir nicht auf die Stirn, hallo, ich schreibe was im Internet!! Irgendjemand, ich glaube die Frühlingskindermama sagte, dass sie viel besser für eine (vermeintlich) anonyme Leserschaft schreiben kann. Mir geht es mir auch so. Man kann ehrlicher und freier von der Leber weg schreiben, als wenn man permanent Bekannte und Freunde im Kopf hat - und deren eventuelle Befindlichkeiten. 

Darüber hinaus ist es des Bloggers höchster Lohn, Leser außerhalb des eigenen Dunstkreises zu gewinnen!

 

Welchen Blog - abgesehen von deinem eigenen - würdest du mir als allererstes empfehlen wollen?

Ich mag wahnsinnig gern Joanne Goddard mit ihrem A Cup of Jo. In mancher Hinsicht dient ihre Seite meiner Arbeit als Vorbild, was die Mischung an Themen, das Magazinartige, angeht. Ich möchte am liebsten jeden Tag was von der allergroßartigsten Andrea Harmonika lesen. Immer wieder gern die Berlin Mitte Mom und zur Zeit begleite ich außerdem gern die Blogprinzessin mit ihrem Umzug!

 

Welchen Blogger möchtest du mal im richtigen Leben kennenlernen?

Joanna Goddard und die Berlin Mitte Mom, Anna, wegen ihrer herzergreifenden Ehrlichkeit.

 

Wenn du dir aussuchen könntest, mit jemandem ein Interview auf deinem Blog zu führen - egal mit wem - wer wäre das?

Mit meinen beiden Omas, die mich leider nicht mehr hier begleiten können.

 

Welche Art von Beiträgen liest du gern auf anderen Blogs?

Beiträge, in denen ich die Person erkennen kann, die dahinter steht. Ein Meinungsbeitrag zum Beispiel. Und Artikel, die vom echten Leben handeln und nicht durch den romantisierenden Fotofilter geschrieben sind.

 

Welche Art von Beiträgen magst du überhaupt nicht gern auf anderen Blogs lesen?

Produkttests sind schreiend langweilig und haben irgendwie null Gehalt für mich. Es sei denn, jemand würde ein Produkt komplett verreißen, aber das passiert ja in der Regel nicht - meistens ist es ja eher schlecht verkappte Werbung.

 

Was hast du dich beim Bloggen schon immer gefragt?

"Haaaallooooo, hört mich jeeeemannnnd?" :-)

 

Was würdest du Blogger-Neulingen raten?

Frei von der Leber weg zu schreiben und zu gestalten! Sei du! Und einen langen Atem zu haben, was die Gewinnung von Leserschaft angeht.

 

Was wünscht du dir für das Miteinander in der Blogosphäre?

Mehr Austausch und Vernetzung, auch gern live. Weniger Zickenkrieg und "mommy wars"!

 

 

 

 

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